News · Theorie

Gründe und Notwendigkeit von Feelgood Managament im Unternehmen

Die Ziele von FGM habe ich im letzten Artikel bereits angeschnitten. Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver, kreativer und können viel bewirken. Aber warum sollte man in FGM investieren? Ist FGM wirklich notwendig? Bisher gibt es kaum Studien mit Standard-Leistungsindikatoren, die Auskunft über einen messbaren Erfolg von FGM liefern. Trotzdem gibt es für jedes Unternehmen individuelle KPIs, abhängig vom Einsatzfeld, sowie Studien darüber, dass zufriedene Mitarbeiter den Gewinn einer Firma steigern. Was sind die Antriebskräfte für die Entwicklung eines nachhaltigen Feelgood Managements im Unternehmen? Nachfolgend werden Motive betrachtet, warum FGM eigentlich in jedem Unternehmen seine Daseins Berechtigung findet.

feelgoodmanagement__850x300Fachkräftemangel

Laut einer Studie der Manpower Group zum Thema Fachkräftemangel hatten im Jahr 2015 46% der Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen (im Vergleich 2014: 40%). Der Arbeitsmarkt kann mit dem derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung nicht mithalten. Das führt bereits sogar dazu, dass bei jedem zweiten Unternehmen Aufträge abgelehnt werden müssen. Facharbeiter, Handwerker aber auch Manager sind Engpassberufe. Die Generation der Babyboomer (dazu bald mehr) steht davor in den Ruhestand zu gehen. Dies stellt besonders kleine und mittelständige Unternehmen vor eine besondere Herausforderung. Besonders im IT Sektor fehlen qualifizierte Mitarbeiter. FGM soll eine Hilfestellung dafür geben, die wenig verfügbaren Fachkräfte auf Unternehmen aufmerksam zu machen, diese anzuwerben und zu halten. Weiterführende Informationen liefert der Artikel zum Fachkräftemangel.

Generation Y

Als Generation Y werden im Allgemeinen die zwischen 1980 und dem Ende der Neunziger Geborenen bezeichnet, zu denen auch ich mich zählen darf. Das englische Y ist ein Homonym zu „Why?“ Die Frage nach dem Warum, denn meine Generation stellt gern Althergebrachtes in Frage und hält die neue Arbeitswelt auf Trapp. Die Generation Y gilt vor allem als selbstbewusst, individualistisch, digital native, international, bildungshungrig, flexibel und unabhängig. Sie kennen ihren Marktwert genau und leiten durch innovative Arbeitsprozesse und ein selbstbewusstes Auftreten eine Wende in der Arbeitswelt ein. Dieser Generationswechsel stellt die Arbeitgeber vor spezifische Herausforderungen und setzt angepasste Organisationstrukturen und ein angepasstes Personalmanagement voraus.

Die Erwartungen und Wertevorstellungen der Generation Y sind geprägt durch Einflüsse wie Globalisierung, Technologisierung, Marktwachstum und Überfluss, als auch von persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen. Im Jahr 2020 werden 50% aller Arbeitnehmer weltweit der Generation Y angehören und die Vorgängergeneration wird sich mehr oder weniger im Ruhestand befinden. Deshalb sollten Unternehmen frühzeitig mit der Rekrutierung beginnen und auf die anspruchsvollen Erwartungen, Wünsche und Werte der Generation eingehen. Ein umfassendes Feelgood Management identifiziert diese frühzeitig und integriert diese in die Unternehmensführung. Mehr zum Thema Generation Y gibt es bald in einem der Folgeartikel.

Erwartungen der Generation Y

Überarbeitung und Burnout Syndrom

Psychische Krankheiten sind mittlerweile die zweitwichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Laut DAK Gesundheitsbericht hat sich die Krankheitslast aufgrund Burnout Diagnosen  seit 2006 sogar verzwanzigfacht. Burnout beschreibt einen Zustand der totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung, meistens aufgrund zu hoher Belastungen im Arbeits- aber auch im Privatleben.

FGM muss hier präventiv wirken. Stressquellen am Arbeitsplatz müssen frühzeitig identifiziert und behoben werden. In wiederkehrenden Stresssituationen kann ein Feelgood Manager Hilfestellung leisten, in dem er Mitarbeitern aufzeigt wo die eigenen Grenzen liegen, wie sie diese erkennen und darauf reagieren können. FGM kann soziale Unterstützung leisten z.B. in der Zusammenbringung von Kollegen auch nach Feierabend, für ein besseres Zeitmanagement sorgen, den Mitarbeitern zu mehr Autonomie in ihrem Aufgabenbereich verhelfen, für Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sorgen und die allgemeine Arbeitsatmosphäre verbessern. Eine wichtige Maßnahme des FGMs ist dabei die regelmäßige Supervision gefährdeter Personen und deren täglicher Arbeitsleistung. Feelgood Manager identifizieren Fehler und Schwachstellen in der Arbeit und erarbeiten in einem vertraulichen Gesprächs Handlungsalternativen für vergleichbare zukünftige Arbeitssituationen. All das sind wichtige Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements um Überarbeitung und drohendes Burnout am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Schnelles Wachstum bei Unternehmen (Startups)

Kleine Firma, kleine Sorgen. Wachsende Firma, wachsende Sorgen.
Ein schnelles Wachstum ist für Startups in der Anfangsphase wichtig. Doch genau dieses stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar und kann schnell zu Problemen führen. Schnell müssen gut qualifizierte Mitarbeiter gefunden und eingearbeitet werden, die zudem gut ins Team passen. Aufgaben müssen neu strukturiert werden. Während am Anfang „alle alles machen“, müssen nun Strukturen und Prozesse angepasst werden. Informationen gehen verloren, weil Mitarbeiter in verschiedenen Büros sitzen, beim Kunden sind oder gelegentlich im Homeoffice sind. Die ständigen Veränderungen führen zu Verunsicherungen bei den Mitarbeitern und bringen ein erhöhtes Konfliktpotenzial mit sich. FGM sieht sich hier als Mediator, Vertrauensperson und Change Manager um die positive Firmenkultur aus der Anfangszeit beizubehalten.

Gute Gefühle wirken sich auf die Motivation der Mitarbeiter aus und diese auf die Arbeit und den Erfolg des Unternehmens

Zu guter Letzt sollte ein was nicht vergessen werden: Das Team ist der Motor für den Erfolg. Und gut gelaunte Mitarbeiter sind erfolgreicher, gesünder und zufriedener. Das spiegelt sich in weniger Fehltagen, einer stärkeren Beteiligung an der Unternehmensentwicklung und einer guten Zusammenarbeit untereinander wider. Studien belegen, dass schlechte Stimmung im Unternehmen den Erfolg hemmen kann. Leistungen gehen zurück, Entscheidungen ziehen sich lang hin oder werden schlecht getroffen, die Kreativität geht verloren, das Konfliktpotential steigt und Verhandlungen kommen nicht voran. Führungskräfte können die Stimmung am Arbeitsplatz beeinflussen und durch Feelgood Management steuern. Dabei geht es nicht allein darum für Spaß am Arbeitsplatz zu sorgen, sondern viel mehr eine Situation richtig zu erfassen und authentisch und glaubwürdig darauf zu reagieren. Um eine positive Grundstimmung zu wahren, sollten Führungskräfte vor allem transparent bleiben, einen vertrauensvollen, respektvollen Umgang schaffen und Wertschätzung zeigen. Dabei sollten sie selbst immer mit einem guten Beispiel voran gehen, letzten Endes sind allerdings alle Mitarbeiter beim Thema Motivation gefordert.

 

 

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2 Kommentare zu „Gründe und Notwendigkeit von Feelgood Managament im Unternehmen

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