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Mitarbeitermotivation mit Hilfe von Feelgood Management

„Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. The only way to do great work is to live what you do.”

Steve Job hatte leicht reden. Nicht jeder kann sich so gut mit seiner Arbeit identifizieren wie er es konnte. Wie schaffen wir es dennoch jeden Tag motiviert in die Arbeit zu gehen? Welche Arten von Motivation gibt es und wie bleiben Mitarbeiter kurz- oder langfristig motiviert?

mitarbeiter-motivation

Intrinsische Motivation

Ob wir intrinsisch oder extrinsisch motiviert an unsere Arbeit gehen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Intrinsisch motiviert ist man aus dem Inneren heraus, ohne weitere äußere Beeinflussung. Es ist der Spaß an der Arbeit, der Stolz Teil eines Projektes zu sein, weil man die Aufgabe mag und gern macht oder interessant findet und der persönliche Wunsch existiert eine gute Arbeit abzuliefern. So wie für mich das Bloggen über Feelgood Management. Für die meisten Arbeitgeber ist diese Art der Motivation bei ihren Mitarbeitern schwerer zu erreichen, jedoch ist sie bedeutender und dauerhafter, da der Antrieb des Mitarbeiters aus der eigenen Überzeugung heraus geschieht.

Daniel Pink argumentiert in seinem Bestseller „Drive: The surprising truth about what motivates us“ gegen veraltete Motivationsmodelle die auf Belohnung und Bestrafung basieren. Er unterscheidet drei Faktoren der intrinsischen Motivation: Autonomie, Zweck und Beherrschung.

Autonomie ist die Möglichkeit unabhängig zu arbeiten, eigene Entscheidungen zu treffen und die Art wie man arbeitet selbst zu bestimmen.
Der Zweck beschreibt den Wunsch etwas zu tun was bedeutend und wichtig ist und ist damit der Kern der intrinsischen Motivation.
Mit der Beherrschung seiner Aufgaben ist der Wunsch gemeint, die Fähigkeit zu besitzen diese zur Zufriedenheit aller erledigen zu können und sich entsprechend weiterzuentwickeln.

Wichtig für die intrinsische Motivation jedes Mitarbeiters ist ein gutes Verhältnis zum Teamleiter. Personen in Führungspositionen sollten besonders geschult werden um in der Lage zu sein ihr Team richtig zu führen und entsprechend zu motivieren. Der kürzlich verstorbene, französische Politiker Edgard Pisani sagte dazu einmal

„Chef ist nicht der, der etwas tut, sondern der das Verlangen weckt, etwas zu tun.“

Ein Ansatz des Feelgood Managements ist es diese speziellen Führungsqualitäten in Schulungen mit den Teamleitern zu erarbeiten. Dabei sollte es zum Einen um Mitarbeitermotivation, aber auch um eine gute und vertrauensbasierte Kommunikation zwischen Teammitglied und Teamleiter, Wertschätzung, Feedbackgespräche etc. gehen. Eine richtig besetzte Stelle als Teamleiter setzt gewisse soziale Kompetenzen voraus, die oftmals von Personalern unterschätzt oder zu wenig berücksichtigt werden. Mitarbeiter sollten in wichtige Entscheidungen mit einbezogen werden und Meinungen einzelner Teammitglieder ernst genommen werden. So können wichtige Impulse für die Beurteilung von Entscheidungen entstehen und der einzelne Mitarbeiter fühlt sich respektierter und wertgeschätzter. Dem Team sollte immer mitgeteilt werden wie wichtig dessen Arbeit ist, damit ein Jeder erkennt, welch wichtiger Teil des Ganzen er ist und warum die geleistete Arbeit dazu beiträgt dass das Leben des Kunden in Zukunft leichter und besser ist. Jedes Teammitglied sollte Wertschätzung erfahren, egal ob im Außendienst, der Buchhaltung, Projektmanagement oder im Controlling. Jeder darf stolz sein einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Unternehmens zu leisten.

Extrinsische Motivation

Die zweite Art der Motivation ist von außen angeregt und beinhaltet Dinge wie Gehalt, Boni, Beförderungen, Statusveränderungen, Lob und das Geben (und Halten) von Versprechen. Die meisten Methoden und Werkzeuge, die das klassische Management heutzutage kennt, basieren auf der extrinsischen Motivation. Das ist in Ordnung, funktioniert meist jedoch nur kurzfristig, wie zahlreiche Studien immer wieder bestätigen.

Die wohl wichtigste extrinsische Motivation ist das gemeinsame Setzen von Zielen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Ziele klar definiert, endgültig und messbar sind. Die Ziele dürfen sich nicht gegenseitig im Weg stehen, müssen anspruchsvoll, aber erreichbar sein. Die Erreichung des Ziels sollte in einem vorgegeben Zeitraum sein und alle nötigen Ressourcen (Hard- oder Software, Mapower, Wissen) dem Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Um Ziele richtig zu setzen hilft zum Beispiel die S.M.A.R.T. Methode, die jedem Projektmanager bekannt sein sollte, allerdings nur selten richtig umgesetzt wird. Einen kleinen Exkurs zur S.M.A.R.T. Methode liefert übrigens das Projektmanagementhandbuch der TRUECARE GmbH.

Oben erwähnte Belohnungen beeinflussen die Motivation zwar meist nur kurzfristig, sind aber dennoch sehr wichtig um den Mitarbeiter motiviert zur Arbeit kommen zu lassen. Die meisten von uns gehen arbeiten um Geld zu verdienen und leben zu können.

Zu einer nicht-finanziellen Art der Belohnung zählen Lob und Anerkennung. Ein ungezwungenes „Danke“, ein gutes Feedback oder ein „Ohne Dich hätten wir das nicht geschafft“ sollte, wenn es angebracht ist, ohne Umschweif ausgesprochen werden und wird von jedem Mitarbeiter, ob Chef, Manager oder Teammitglied zur Stärkung des Selbstwertgefühls gebraucht. Selbst wenn es den Anschein hat, wir wären unabhängig und selbstständig, brauchen wir andere zur Stärkung unseres Selbstwertgefühls. Damit die Motivation durch Anerkennung einer Leistung auch funktioniert, muss diese persönlich,  situationsbezogen und zeitnah ausfallen.

Auch Sachwerte zählen zu Belohnungen und können motivieren. Essenseinladungen, Dankeskarten, früher Feierabend, Hitzefrei, Kinogutscheine oder ein zusätzlicher Urlaubstag. Ein Feelgood Manager kann hier ständig neue Ideen ins Team bringen und so zur Motivation und guten Stimmung beitragen.

Unternehmensbeispiele für Mitarbeitermotivation

So verordnete zum Beispiel der Gründer des Unternehmens von Tower Paddle Boards Stephan Aarstol seinen Mitarbeitern einen 5- Stundenarbeitstag – und das bei vollem Gehalt. Seit der Umstellung sind die Umsätze um 40 Prozent gewachsen und auf der Liste der 5000 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen steht seine Paddel-Firma aktuell auf Rang 1121, berichtet „Impulse“. In diesem Jahr plant Aarstol einen Jahresumsatz von rund neun Millionen Euro – mit gerade einmal zehn Mitarbeitern (Vgl. Artikel bei www.stern.de)

Einen eher informellen Weg nimmt die EMC Mortgage Corporation in Irving, Texas. Um die Leistung von Teamkollegen zu würdigen, wird eine „Mitteilung an meinen fantastischen Teamkollegen“ geschrieben. Dazu wird eine Notiz auf buntes Papier geschrieben und diese an der Wand im Zimmer des Teamkollegen angebracht. Dies geschieht in Abwesenheit des Betreffenden, so dass die Fanpost zu einer angenehmen Überraschung wird.

Als Southwest Airlines das fünfte Jahr in Folge in puncto Pünktlichkeit und Gepäckabfertigung auf den ersten Platz kam sowie die wenigsten Beschwerden pro Kunden zu verbuchen hatte, widmete es seinen 25.000 Mitarbeitern ein Flugzeug, indem alle Namen auf den Gepäckfächern über den Sitzen anbrachte.

Fehlender Motivation entgegenwirken mit Hilfe von Feelgood Management

Natürlich kann es trotz aller Bemühungen sein, dass nicht jedes Teammitglied gleich motiviert an die Arbeit heran geht. Das kann zahlreiche Gründe haben. Für manche Personen ist Arbeit eben einfach nur ein Mittel um Geld zu verdienen. Auch das Privatleben kann einen starken Einfluss auf die Motivation ausüben. Krankheiten, Todesfälle, Trennungen beeinflussen das Wohlbefinden und damit auch die Motivation. Andere Gründe wie fehlende Weiterentwicklungen, Über- oder Unterforderung oder Probleme im Arbeitsumfeld lassen sich mit Hilfe von Feelgood Management identifizieren und beseitigen.

Ein demotiviertes Teammitglied wirkt sich insgesamt negativ auf das gesamte Team – und somit auch auf dessen Leistung – aus. Jedes Teammitglied, einschließlich des Teamleiters, hat seine Stärken und Schwächen. Schwächen lassen sich nur schwer einfach abtrainieren. Das Ziel von Feelgood Management ist es also gemeinsam Stärken zu fördern und Schwächen durch geeignete Maßnahmen zu mindern.

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4 Kommentare zu „Mitarbeitermotivation mit Hilfe von Feelgood Management

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