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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Basis eines erfolgreichen Unternehmens sind motivierte und gesunde Mitarbeiter. Die Anforderungen an die Belastbarkeit der Mitarbeiter nehmen durch gesteigerten Wettbewerb und der Beschleunigung von betrieblichen und gesellschaftlichen Prozessen stetig zu. Gleichzeitig führt der demographische Wandel in Deutschland zu einem höheren Anteil an älteren Menschen in Betrieben und zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund werden Arbeitgeber mehr denn je daran interessiert sein, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern.

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Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Ein gut funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) mit richtig eingesetzten Maßnahmen ergibt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Win-Win-Situation gleichermaßen: Durch verbesserte Arbeitsbedingungen und gesteigerte Lebensqualität am Arbeitsplatz wird auf der einen Seite die Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter nachhaltig gefördert und auf der anderen Seite die Produktivität, Produkt- und Dienstleistungsqualität und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erhöht. Gleichzeitig verbessert sich das Unternehmensimage, was angesichts des verstärkten Fachkräftemangels in Deutschland, weitere Vorteile für das Recruiting und Marketing mit sich bringt und nicht zu unterschätzen ist.

Während in Konzernen das BGM oftmals fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist, werden in Klein- und mittelständigen Betrieben Maßnahmen in diesem Bereich oft vernachlässigt. Dies wiegt umso schwerer, da in Deutschland mehr als zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt sind. Daraus ergibt sich ein hohes wirtschaftliches und personelles Potential, das es zu fördern gilt. Eine der Aufgaben eines Feelgood Managers ist es gesundheitliche Anforderungen zu analysieren, entsprechend zu bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. Dabei ist es wichtig die Maßnahmen speziell auf die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen, denn diese können abhängig von der Größe und Art des Unternehmens stark variieren. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann in einigen Unternehmen also auch Teil von Feelgood Management sein.

Was umfasst betriebliches Gesundheitsmanagement?

Ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst die folgenden Elemente:

  • Arbeits- und Gesundheitsschutz: Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Berufliches Eingliederungsmanagement: Hilfestellung zur Überwindung von Arbeitsunfähigkeit und Vermeidung von Fehlzeiten. (Re-)Integration von chronisch kranken Mitarbeitern
  • Fehlzeitenmanagement: Vermeidung von Fehlzeiten (präventiv)
  • Personalmanagement: Personalstrategie, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung
  • Betriebliche Gesundheitsförderung: Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter

Was beeinflusst die Gesundheit eines Mitarbeiters am Arbeitsplatz?

Arbeit kann eine Quelle von Überforderung, Krankheit und Leiden sein, aber auch von Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Gesundheit. Der richtige Job kann ein gutes Selbstwertgefühl erzeugen, die Persönlichkeitsentwicklung fördern, dem Wunsch nach Anerkennung nachkommen und soziale Bindungen aufbauen.

Es gibt drei Faktoren die unsere Gesundheit und unser Wohlfühlen in Bezug auf Arbeit beeinflussen.

Verständlichkeit:

  • Entsprechen die Aufgaben der beruflichen Qualifikation des Mitarbeiters?
  • Gibt es klare Arbeitsaufträge?
  • Sind alle notwendigen Informationen und Arbeitsmittel vorhanden um die Arbeit gut ausführen zu können?
  • Wird der Mitarbeiter in seiner Arbeit unterstützt und gefördert?

Beeinflussbarkeit

  • Gibt es die Möglichkeit sich weiterzubilden und sich beruflich weiterzuentwickeln?
  • Kann sich der Mitarbeiter bei Entscheidungen einbringen?
  • Zu welchem Maße kann der Mitarbeiter selbst Entscheidungen treffen?

Sinnhaftigkeit

  • Werden anstehende Veränderungen ausreichend kommuniziert?
  • Gibt es Anerkennung und Wertschätzung?
  • Erhält der Mitarbeiter ausreichend Feedback über Erfolge oder Mängel seiner Arbeit?

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz basiert auf einer Wechselwirkung aus vier Komponenten. Ein ausgeglichenes Gesundheitsmanagement sollte alle vier Ebenen bei der Analyse der Ist-Situation und bei der Planung von Verbesserungsmaßnahmen gleichermaßen berücksichtigen.

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Die vier Komponenten des Wohlbefindens am Arbeitsplatz

Ist BGM Aufgabe des Feelgood Managers?

Um erfolgreich ein betriebliches Gesundheitsmanagement in die Unternehmenskultur zu integrieren ist es wichtig, dass diese Aufgabe einer Person federführend übertragen wird. Die Integration in die Aufgaben des Feelgood Managers erweist sich hier als sinnvoll, da BGM einen großen Beitrag zum Wohlbefinden der Mitarbeiter leistet, was wiederum der Kern von Feelgood Management ist. Der Feelgood Manager organisiert und koordiniert im Idealfall das BGM und steuert die einzelnen Maßnahmen. In größeren Unternehmen, in denen BGM einen erhöhten Aufwand darstellt und somit eine stärkere Zuwendung erfordert, sollte dem BGM ein eigenständiger Bereich im Unternehmen gewidmet werden. In Klein- und Mittelständigen Unternehmen macht es jedoch durchaus Sinn, abhängig vom Umfang, die Verantwortung in die Hände des Feelgood Managers zu legen.

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5 Kommentare zu „Betriebliches Gesundheitsmanagement

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