News · Praxis

Feelgood Management bei Google

Google ist einer der begehrtesten Arbeitgeber weltweit. Nach einer weltweiten Umfrage unter Studenten des Beratungsunternehmens Universum, in der gefragt wurde, wo diese am liebsten arbeiten würden, liegt Google ganz weit vorn. Doch was macht Google für viele junge Arbeitnehmer so attraktiv? Was macht Google anders als andere Unternehmen der IT-Branche?

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Was macht Google anders?

Fast schon legendär sind die mannigfaltigen Anreize die das Unternehmen aus Mountain View bei San Francisco für seine Mitarbeiter schafft:

Mitarbeiter bei Google speisen in Gourmetrestaurants und trinken ihren Cappuccino – zumindest im Headquarter – in einer der elf Kaffeebars auf dem Google Campus. Auf dem Gelände gibt es zudem einen Fitnesscenter, einen Waschsalon, eine Kindertagesstätte, einen Masseur, einen (gratis) Friseur, eine Bibliothek, mehrere Ärzte und einen Autowaschservice. Wer will, besucht einen der Sprachkurse auf dem Campus für Spanisch, Chinesisch oder Hindi. Dazu bietet Google seinen Mitarbeitern einen umfangreichen Prämienkatalog, der zum Beispiel für die erfolgreiche Vermittlung eines neuen Angestellten 2000 $ und für die Geburt eines Babys 500 $ verspricht. Seit 2011 bezahlt Google sogar nach dem Tod eines Mitarbeiters dem Hinterbliebenen für zehn Jahre die Hälfte des Gehalts des Verstorbenen.

Googles Personalchef Laszlo Bock erzählt in seinem Buch „Work Rules!“ über die Personalarbeit bei dem Konzern und sein Verständnis von moderner Mitarbeiterführung. Dabei geht es vor allem darum seinen Mitarbeitern viele Freiheiten zu schenken, um experimentell und innovativ sein zu können.

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Personalchef Laszlo Bock

Seine drei Kernthesen lauten wie folgt:

  1. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, und lassen Sie sie mitbestimmen, wo es möglich und sinnvoll ist. Fragen Sie Ihre Angestellten regelmäßig, was sie ändern würden, wenn das ihre Firma wäre.
  2. Programme mit Zusatzleistungen für Ihr Personal können mitunter kostenlos sein. Suchen Sie einfach jemanden, der Ihre Mitarbeiter als Kunden haben will, etwa Friseure und Lebensmittellieferanten.
  3. Vertrauen Sie bei Einstellungen niemals allein Ihrem Bauchgefühl. Ob ein Kandidat tatsächlich geeignet ist, lässt sich am besten durch Arbeitsproben, strukturierte Interviews und die Einschätzung künftiger Kollegen und Untergebener ermitteln.

Mitarbeiterzufriedenheit bei Google

Eigens eingestellte Sozialwissenschaftler beschäftigten sich bei Google mit der Frage, wie die Zufriedenheit der Angestellten, stetig maximiert werden kann. Ein zentraler Ansatz des Feelgood Managements, auch wenn Google seine Bemühungen um eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit so bisher nicht betitelt. Seit Jahren ringt Google mit Apple, Facebook, Microsoft und anderen IT Giganten um die klügsten Köpfe der Branche. Google hat früh verstanden, dass ein Unternehmen im War for Talents, dem Kampf um die besten Fachkräfte, mehr bieten muss als andere in der Branche. So veranlasste der damalige CEO Eric Schmidt 2010 eine 10%ige Gehaltserhöhung für alle, um einer erhöhten Mitarbeiterfluktuation entgegen zu wirken. Eine spätere Mitarbeiterbefragung bestätigte dass diese Erhöhung des Grundgehaltes weitaus positiver bewertet wurde, als zum Beispiel kurzfristige Boni.

Nach eigener Aussage basiert der Erfolg des Unternehmens vor allem auf dessen Mitarbeitern und deren innovativen Ideen. Deshalb legt Google auch ein besonderes Augenmerk auf das Recruiting hochqualifizierter Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen. Aus dem Hause Google heißt es „Wichtig hierbei ist generell, dass die im Personalmarketing kommunizierten Arbeitgeberversprechen zu Karriereperspektiven, Weiterbildungen, Firmenkultur und Unternehmenswerten auch gehalten und gelebt werden. Denn leere Versprechen und Unzufriedenheit verbreiten sich schneller als man denkt und wirken sich demotivierend und negativ auf Produktivität und Loyalität aus.“

Frauenquote bei Google

Wie die meisten Technologieunternehmen hat auch Google ein Frauenproblem. Auch darauf hat Google reagiert. Eine interne Analyse hat gezeigt, dass Schwangere das Unternehmen doppelt so häufig verließen wie die restliche Belegschaft. Daher hat Google bereits 2007 einen fünf monatigen bezahlten Mutterschaftsurlaub eingeführt. In den USA sind anderweitig nur 12 Wochen üblich. Das hat dazu geführt, dass Frauen im Unternehmen länger verweilen und einer Fluktuation entgegen gewirkt werden konnte.

Fazit

Google hat in Bezug auf Mitarbeitergewinnung und -bindung vieles richtig gemacht. Grundsätzlich gewinnen Unternehmen den War for Talents, wenn sie sich von starren Prozessen und Modellen abwenden und sich hin zu den Menschen wenden. Wenn Unternehmen anfangen, ihre Arbeitsstrukturen kritisch zu betrachten und an den Mitarbeitern auszurichten, dann wird sich eine angenehme Unternehmenskultur etablieren – und diese Kultur macht am Ende den Unterschied.

Über Google

Google Inc. zählt zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Mountain View, Nähe San Francisco. Das Unternehmen wurde im September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Die Suchmaschine Google hat weltweit einen Anteil von etwa 73% aller Suchanfragen des Internets. In 2016 wurde Googles Mutterkonzern Alphabet mit 524 Milliarden Dollar Gesamtwert taxiert.

Mehr über die Google Philosophie erfahrt Ihr hier: https://www.google.com/about/company/philosophy/

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3 Kommentare zu „Feelgood Management bei Google

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