News · Theorie

Überarbeitung und Burnout Syndrom – Aufgaben des Feelgood Managements?

feelgoodmanagement_burnout_850x300

Seit Jahren wird in den Medien immer häufiger von Burnout berichtet, teilweise mit erschreckenden Zahlen. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis werde ich seit einiger Zeit immer häufiger damit konfrontiert. Doch obwohl heute sicherlich fast jeder schon einmal davon gehört hat, existiert bisher medizinisch keine einheitliche Definition des Krankheitsbildes. Der Artikel soll aufzeigen was im Allgemeinen unter Burnout verstanden wird, woher es kommt und was dagegen getan werden kann. Feelgood Management soll Überarbeitung, Überlastung und Burnout verhindern. Wie genau, erfahrt Ihr hier.

Was versteht man unter einem Burnout Syndrom?

Unter Burnout (engl.: „to burn out“: ausbrennen) versteht man einen schleichenden Prozess schwerwiegender und anhaltender Erschöpfung. Der Begriff wurde erstmals 1974 durch den amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger geprägt, der hauptsächlich bei Angestellten in sozialen Berufen verwendet wurde, die nicht mehr in der Lage waren, ihr hohes berufliches Engagement aufrechtzuerhalten. Heutzutage verwenden wir den Begriff wesentlich weiter gefasst. Er bezeichnet eine individuelle Reaktion auf eine berufliche Überforderung und das Ergebnis einer nicht ausreichenden Stressbewältigung.

Ein Drittel aller Berufstätigen arbeitet bis zur Grenze der Belastbarkeit, fühlt sich erschöpft oder ausgebrannt und leer. Energiemangel, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen sind typische Erscheinungen von Burnout. Oftmals dauert es eine lange Zeit, bis die Handlungsunfähigkeit der Betroffenen für andere sichtbar wird.

Wie erkennt man Burnout?

Menschen reagieren auf Stress unterschiedlich. Manche resignieren schnell und ziehen sich von der Außenwelt zurück, andere zeigen übermäßige Leistungsbereitschaft. Trotzdem bleibt das Gefühl der Überforderung, das im schlimmsten Fall im Burnout endet.

Welche Gründe gibt es für Burnout?

Die Gründe dafür, warum sich immer mehr Arbeitnehmer ausgebrannt und niedergeschlagen fühlen, sind meist ebenso vielseitig wie die betroffenen Persönlichkeiten selbst. Natürlich gibt es jedoch einige Faktoren, die grundsätzlich ein erhöhtes Gefährdungspotenzial aufweisen. Dazu zählen zum Beispiel zu lange Arbeitszeiten, zu weitreichende Arbeitsaufteilungen, hohe Verantwortung, Arbeiten unter hohem Druck, Überforderung aber auch Unterforderung, unklare oder zu hohe Erwartungen im Job,  mangelnde Anerkennung für die geleistete Arbeit, Mobbing und oftmals noch zusätzlich private Belastungen.

Was tut der Arbeitgeber dagegen?

Prävention. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, dass Arbeitnehmer bei ihrer Tätigkeit möglichst keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt werden. Unabhängig von der Größe des Betriebes wird der Arbeitgeber also zu Maßnahmen eines Gesundheitsmanagements verpflichtet. Die Gefährdungsbeurteilung ist dabei das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Potentielle Gefahren im Betrieb sollten frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet werden.

feelgoodmanagement_burnout_2

Welche Rolle spielt Feelgood Management?

Feelgood Management leistet einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung der Burnout Problematik. Direkt an der Wurzel müssen oben genannte Probleme angegangen werden um so die Entstehung abzuwenden. D.h. Verantwortungen aufteilen, Arbeit so verteilen, dass keine Überstunden nötig sind, Erwartungshaltungen konkretisieren, ausreichend Möglichkeiten zur Erholung (Pausen und Urlaub) anbieten, Möglichkeiten für gesunde Ernährung und ein gutes Miteinander schaffen. Immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Sorgen der Mitarbeiter zu haben ist Aufgabe des Feelgood Managers. In wiederkehrenden Stresssituationen kann ein Feelgood Manager Hilfestellung leisten, in dem er Mitarbeitern aufzeigt wo die eigenen Grenzen liegen, wie sie diese erkennen und darauf reagieren sollten.

Feelgood Management kann auch soziale Unterstützung leisten z.B. durch Teambuilding Maßnahmen oder in der Zusammenbringung von Kollegen auch nach Feierabend. Mit Hilfe eines Feelgood Managers kann das Zeitmanagement der Angestellten verbessert werden, den Mitarbeitern zu mehr Autonomie in ihrem Aufgabenbereich verholfen werden, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden und dadurch auch die allgemeine Arbeitsatmosphäre verbessert werden.

Eine wichtige Maßnahme des FGMs ist dabei die regelmäßige Supervision gefährdeter Personen und deren täglicher Arbeitsleistung. Feelgood Manager identifizieren Fehler und Schwachstellen in der Arbeit und erarbeiten in einem vertraulichen Gespräch Handlungsalternativen für vergleichbare zukünftige Arbeitssituationen. Hier gibt es oftmals Überschneidungen mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, welches die Vermeidung von Überarbeitung und drohendem Burnout zur Aufgabe hat. In kleinen Betrieben kann BGM aber auch Aufgabe des Feelgood Managers sein.

Burnout Betroffene

Burnout Betroffene merken oft selbst nicht, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Meistens sind es die Menschen im Umfeld die aufmerksam werden. Deswegen heißt es auch, wer Veränderungen an sich selbst erkennt und eigene Bedürfnisse rechtzeitig spürt, ist am wenigsten von Burnout gefährdet. Stress und Burnout sind eng miteinander verbunden und leicht zu verwechseln. Bei Stress entsteht ein Gefühl der Überarbeitung. Beim Burnout Syndrom erleben die Betroffenen hingegen Ohnmacht, Passivität und Überforderung. Im Zweifel kann nur ein Arzt eine Diagnose stellen. Bei einer ersten Beratung kann der Hausarzt weiterhelfen. Man kann sich aber auch direkt an psychologische Beratungsstellen oder Psychotherapeuten wenden.

Erfolgversprechend ist eine ambulante Psychotherapie. Dabei lernen die Betroffenen in ihrer gewohnten Umgebung mit den Belastungen umzugehen. In der Therapie werden Inhalte wie Selbstwert, Erfolgserwartung, Kritikfähigkeit oder auch Entspannungsmöglichkeiten angesprochen.

Im Internet findet man verschiedene Tests um heraus zu finden, ob man möglicher Weise betroffen ist. Diese ersetzen keinesfalls den Gang zum Arzt und geben keine eindeutige Diagnose, können aber durchaus richtungsgebend sein. Zum Beispiel hier: https://www.burn-out-syndrom.org/burnout-test

Eine Übersicht über Beratungsstellen, Vereine und Verbände findet Ihr hier: https://www.hilfe-bei-burnout.de/austausch/vereine-verbande

 

Advertisements

2 Kommentare zu „Überarbeitung und Burnout Syndrom – Aufgaben des Feelgood Managements?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s